Olaf Gulbransson Museum
Pointiert, witzig, ehrlich, dabei aber nie wirklich böse - das waren die Zeichnungen von Olaf Gulbransson (1873-1958). Bereits zu seinen Lebzeiten feierte der gebürtige Norweger große Erfolge als Karikaturist für den Simplicissmus. In den 20er Jahren hatte es ihn an den Tegernsee verschlagen, wo er bis zu seinem Tod im Jahr 1958 zuhause war.
1966 ehrte die Stadt Tegernsee ihren berühmten Wahl-Sohn mit einem Museum im Tegerseer Kurgarten. Weil es bald aus allen Nähten platzte, wurde der Bau im Juni 2008, pünktlich zu Gulbranssons 50. Todestag, erweitert. Die zurückhaltende Architektur gibt Raum für Gulbranssons Werke und für wechselnde Ausstellungen anderer berühmter Karikaturisten und macht Tegernsee auf diese Weise zu einem echten Zentrum für Grafik und Karikatur in Deutschland!
Das Museum im Tegernseer Kurgarten ist täglich außer Montags von 10 bis 17 Uhr geöffnet.
Adresse:
Im Kurgarten
83684 Tegernsee
Tel.: 08022/3338
Fax: 08022/85 99 157
Öffnungszeiten:
Di bis So 10.00 – 17.00 Uhr
» Mehr Informationen unter www.olaf-gulbransson-museum.de
Paul Flora: Capitano, Zanni und Harlekin Die Commedia dell’arte zu Gast im Olaf Gulbransson Museum
Vom 7. Februar bis 18. April 2010 beherbergt das Olaf Gulbransson Museum eine Ausstellung zum Südtiroler Künstler Paul Flora (1922-2009). Worum es geht? Um Arlecchino, Pantalone und Pulcinella, wie die Typen der italienischen commedia dell’arte so schön heißen. Der österreichische Zeichner, Grafiker, Karikaturist und Illustrator Flora hat das italienische Stegreifspiel, das im 16. Jahrhundert entstand und im Gegensatz zum gelehrten Prosatheater stand, gekonnt in Szene gesetzt.
Paul Flora, der u.a. bei Olaf Gulbransson studierte, hatte 1945 seine erste Ausstellung in Bern und war Mitarbeiter zahlreicher Zeitungen und Zeitschriften. Seine ironisch-sarkastischen Zeichnungen, geprägt von einem äußerst individuellen Stil, fanden internationale Anerkennung. Dürrenmatt hatte Flora als „Denker und Grübler“ unter den Karikaturisten bezeichnet. Nicht zu unrecht, denn seine Werke tragen viel versprechende Titel wie „Vergebene Liebesmühe“ oder „Beleibter Musikant“ und „Launen der Natur“.
Während Floras Frühwerk noch stark von Kubin geprägt und eher düster ist, weisen die späteren Umrisszeichnungen mit den zarten Linien und Kreuzstrichen einen sehr individuellen Stil und lyrisch anmutende Elemente auf und zeugen von der Heiterkeit eines Weisen und dessen beißender Schärfe. Die Tuschfeder-Strichtechnik machte Flora über Europa hinaus bekannt. Der Künstler selbst verstand sich - selbst dann, wenn er Karikaturen schuf - stets als Zeichner. Als solcher prägte er das 20. Jahrhundert wie kein anderer. Zu seinem Themenrepertoire gehören Städte wie Venedig mit dem Karneval und eben die commedia dell´arte, Herbststimmungen, Hochmut der Herrschenden sowie erotische und andere Unglücksfälle. Ein immer wieder kehrendes Motiv ist vor allem auch der Rabe.
Veranstaltungsdaten:
Paul Flora: Capitano, Zanni und Harlekin
7. Februar bis 18. April 2010
Olaf Gulbransson Museum, Ort Tegernsee
Harald Metzkes: Pulcinelli zu Gast
Er gilt als Begründer und gleichzeitiger Hauptvertreter der Berliner Schule. Den Alltag einzufangen ist ihm besser gelungen als jedem anderen. Vom 25. April bis 27. Juni 2010 widmet sich eine Ausstellung im Olaf Gulbransson Museum dem Künstler Harald Metzkes.
Nicht ohne Grund wurde der gelernte Steinmetz als der „Cézannist“ vom Prenzlauer Berg bezeichnet. Was andere für langweilig halten, macht Metzkes zu seinem Motiv: Einfache Erlebnisse und Szenen des Alltags stellt er gekonnt zur Schau und fasziniert mit seinen Werken Kunstliebhaber wie Laien. Für seine Kunst erhielt er u.a. auch deshalb zahlreiche Preise, weil er sich niemals vom sozialistischen Realismus der DDR-Kunstpolitik hat vereinnahmen lassen, sondern seinem eigenen Stil treu blieb.
Auch die Commedia dell’arte, ein beliebtes Motiv in der bildenden Kunst, hat Metzkes eingefangen. Von Italien ausgehend hat diese Stegreifkunst großen Einfluss auf andere Formen des Theaters ausgeübt. Statt einem festen Text arbeitete die Stegreifkomödie mit einem Typeninventar, das aus Arlecchino, Pantalone, Pulcinella und anderen Figuren bestand, deren deutbarer Charakter für skurrile Irrungen und Verwirrungen sorgten. Bei Metzkes werden diese Typen greifbar.
Veranstaltungsdaten:
Harald Metzkes: Pulcinelli zu Gast
25. April bis 27. Juni 2010
Olaf Gulbransson Museum, Ort Tegernsee
















