Olaf Gulbransson Museum

Pointiert, witzig, ehrlich, dabei aber nie wirklich böse - das waren die Zeichnungen von Olaf Gulbransson (1873-1958). Bereits zu seinen Lebzeiten feierte der gebürtige Norweger große Erfolge als Karikaturist für den Simplicissmus. In den 20er Jahren hatte es ihn an den Tegernsee verschlagen, wo er bis zu seinem Tod im Jahr 1958 zuhause war.
1966 ehrte die Stadt Tegernsee ihren berühmten Wahl-Sohn mit einem Museum im Tegerseer Kurgarten. Weil es bald aus allen Nähten platzte, wurde der Bau im Juni 2008, pünktlich zu Gulbranssons 50. Todestag, erweitert. Die zurückhaltende Architektur gibt Raum für Gulbranssons Werke und für wechselnde Ausstellungen anderer berühmter Karikaturisten und macht Tegernsee auf diese Weise zu einem echten Zentrum für Grafik und Karikatur in Deutschland!

Das Museum im Tegernseer Kurgarten ist täglich außer Montags von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

Kontakt:                                       
Im Kurgarten
83684 Tegernsee
Tel.: 08022/3338
Fax: 08022/85 99 157

» Mehr Informationen unter www.olaf-gulbransson-museum.de


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Cézanne, Degas, Matisse – Hokusai, Hiroshige, Utamaro Die französische Avantgarde entdeckt den japanischen Holzschnitt

Frankreich trifft Japan – und das am Tegernsee! Vom 4. Juli bis 10. Oktober 2010 stehen im Olaf Gulbransson Museum am Ort Tegernsee herausragende Werke der französischen Avantgarde des 19. Jahrhunderts japanischen Meisterwerken aus drei Jahrhunderten gegenüber.

Als 1854 mit der wirtschaftlichen Öffnung Japans zahlreiche Farbholzschnitte (ukiyo-e) in den europäischen Handel kamen und damit auch auf den Weltausstellungen zu sehen waren, lösten diese sogleich eine Welle der Begeisterung aus. Künstler wie Cézanne, Degas, Matisse, Bonnard und Toulouse-Lautrec blieben vom japanischen Holzschnitt nicht unberührt. Schon bald schlug sich die neuartige Technik in deren eigenen Werken nieder und diente ihnen als Inspirationsquelle, die ihren Bildern neuen Dekor und Phantasie verleihen sollte. Die hellen, transparenten und leuchtenden Farben sowie die ungewöhnlichen Kompositionsformen des der japanischen Vorbilder spiegeln sich in den Werken der großen französischen Künstler der Jahrhundertwende wider. Neue Motive kamen auf, die das Leben in den Vergnügungsvierteln, in der Großstadt zeigten, aber auch intime Momentaufnahmen schilderten. Veränderungen der Natur, wie sie ein Jahreszeitenwechsel mit sich bringt, fanden von nun an Eingang in die Kunst.  
Otto Gerstenberg (1848 – 1935) erkannte als leidenschaftlicher Kunstsammler den Einfluss der japanischen Farbholzschnitte auf die Entwicklung der europäischen Kunst seiner Zeit. In der Ausstellung werden daher Meisterwerke - Druckgrafiken und Zeichnungen - der Sammlung Scharf-Gerstenberg in diesem kunsthistorischen Zusammenhang der Öffentlichkeit präsentiert. Porträts von Kurtisanen und Schauspielern, Landschaften und Reiseschilderungen, Straßen- und Familienszenen sind ebenso Teil der Ausstellung wie ein Film, der den Besuchern die Technik und Geschichte des japanischen Holzschnittes verdeutlicht. Man darf gespannt sein…

Veranstaltungsdaten:
Cézanne, Degas, Matisse - Hokusai, Hiroshige, Utamaro. Künstler der  französischen Avantgarde
4. Juli bis 10. Oktober 2010
Olaf Gulbransson Museum, Stadt Tegernsee

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Schnöder Mammon im Olaf Gulbransson Museum: Honoré Daumier und das Bankenwesen

Den Titel des berühmtesten Karikaturisten in der Kunstgeschichte haben Honoré Daumier (1808-79) seine Werke eingebracht, in Frankreich wird er als Begründer des Realismus gefeiert. Nicht sein Loblied auf regierende Herrscher machte den französischen Künstler berühmt, sondern vielmehr die Verspottung selbiger in seinen Karikaturen, wegen denen er sogar inhaftiert wurde. Vom 17. Oktober 2010 bis Januar 2011 beleuchtet eine Ausstellung im Gulbransson Museum Daumiers Verhältnis zum schnöden Mammon, genauer: zum Bankenwesen.

Mit seinen kritisch-ironischen Bildern zeigte Daumier schnell, dass er stets auf der Seite des Volkes stand. Sein Werk umfasst mehr als 4.000 Lithografien und über 1.000 Holz¬schnitte. Eine Vielzahl seiner Arbeiten ist in den satirischen Zeitschriften La Caricature und Le Charivari erschienen. Viel Bissigkeit und Humor lassen sich erkennen, mittels derer er das politische, soziale und kulturelle Leben im Frankreich des 19. Jahrhunderts aufgriff, die Lächerlichkeiten des Alltags und Spießbürgerlebens darstellte.
Nicht selten wurde Daumier mit Goya verglichen, denn beide Künstler besaßen die politische Leidenschaft und die Gabe der graphischen Improvisation. Am Ende seines erfolgreichen Lebens, das er als Schriftsteller begonnen und als Maler beendet hatte, starb Daumier arm und fast erblindet. Sein Weltruhm wurde erst im zwanzigsten Jahrhundert begründet. Der Walter Kames Stiftung hat es das Olaf Gulbransson Museum zu verdanken, dass es über einen Großteil des lithografischen Werkes von Honoré Daumier verfügen kann. Dem Besucher kommt das insofern zugute, als die Grafiken des französischen Künstlers in wechselnder Folge im Honoré Daumier Kabinett im Untergeschoss des Neubaus zu sehen sind. Gezeigt werden sollen unterschiedliche Themenspektren, wie zum Beispiel Daumier und das Theater, Daumier und das Bade- und Jagdwesen und eben sein Verhältnis zum Bankenwesen.

Veranstaltungsdaten:
Honoré Daumier und das Bankenwesen
17. Oktober 2010 bis Januar 2011
Olaf Gulbransson Museum, Stadt Tegernsee

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